Vereinsjubiläum des Heimatvereins

So: 27.08.2017  (Westfälische Nachrichten)

Mehr Lebensqualität

Schönes Ambiente für ein Geburtstagsfest: Unter einem Fallschirmdach feierte der Heimatverein Schapdetten sein zehnjähriges Bestehen.                                                                                                                                Foto: Dieter Klein

 

Schapdetten - Seit zehn Jahren gibt es in Schapdetten den Heimatverein. Eine Erfolgsgeschichte.

Von Dieter Klein

 

Zehn Jahre Heimatverein Schapdetten -  ein guter Grund zum Feiern. So trafen sich am Samstagnachmittag Gründer und Freunde zu einem überwiegend plattdeutschen kleinen Jubiläumsfest unter dem Fallschirmdach zwischen St. Bonifatius und Pfarrheim.

 

Gründervater Heinz Rütering freute sich, aus dem Kreis der damals 26 Interessenten noch die heutigen Vorstandsmitglieder Gisela Hanning, Anne Liedmeyer und Hugo Sandmann begrüßen zu können. Dazu noch Bürgermeisterin Manuela Mahnke, Hans-Peter Boer vom Kreisheimatverein Coesfeld sowie nicht zuletzt die Freunde von den Heimatvereinen Nottuln und Appelhülsen.

 

Mit besonderem Vergnügen hieß Rütering auch die musikalischen, "plattdeutschen Gäste" aus Rheine in Schapdetten willkommen: das Trio "Strauhspier" mit den Stimmungsmachern Nikolaus Evers, Helmut Schnieders und Hermann Sürken. Die drei Barden unterhielten gekonnt das Schapdettener Publikum mit volkstümlichem Blues und münsterländischen Alltagsgeschichten. Für Neubürger und des Plattdeutschen Unkundige war es allerdings nicht einfach, dem Inhalt zu folgen. Dennoch bat Hugo Sandmann, die "plattdeutsche Stimme" von Schapdetten, sehr darum, der Muttersprache auch im Alltag Raum zu geben. Sandmann sagte in seinem Gedichtvortrag: "In't Aolltagsliäben niemt se met, de Moderspraok, up platte Tungen! Un dat se auk nao Tokunft hät: Küert usse Spraok auk met de Jungen!"

 

Heinz Rütering ließ es in seiner Begrüung beim Hochdeutsch: "Als wir am 15. März vor zehn Jahren begannen, stimmten 26 von 30 Teilnehmern in der Gründungsversammlung für einen Heimatverein. Inzwischen sind wir 104 Mitglieder stark!"

 

In seiner "Bilanz der guten Taten" über die vielfältigen Aktivitäten des Heimatvereins erwähnte er unter anderem die Vorgartenwettbewerbe und vor allem die Bedeutung des inzwischen auf 30 Bäume angewachsenen Bürgerwaldes, der auf Initiative des Heimatvereins zustande kam. "Dafür bekam der Heimatverein Schapdetten im Jahre 2008 den RWE-Klimaschutzpreis zugesprochen." Rütering ab-schließend: "Von der Denkmal- über die Brauchtumspflege, von der Dorfverschönerung bis zur touristischen Beratung unserer Neubürger tragen wir zu mehr Lebensqualität für Schapdetten bei. Danke auch allen anderen Vereinen, die uns dabei unterstützt haben."

 

Dank und Lob für die bisher geleistete Arbeit des Heimatvereins sprach auch Bürgermeisterin Manuela Mahnke in ihren Begrüßungsworten aus: "Ihre Tätigkeit verbindet Menschen, denen eine vielfältige Natur und eine ebensolche Kultur wichtig und wertvoll ist. Sie schaffen es auf herausragende Art und Weise, auch die Jugend an altes Kulturgut heranzuführen." Die Jugend bewies am Samstag ihren Dank für das Geleistete, in dem sie sich erfolgreich um die Versorgung der Gäste mit Getränken kümmerte.

St.-Bonifatius-Kindergarten: Toller Auftritt im Mühlenhof

Di., 13.06.2017 (Westfälische Nachrichten)

 

Die Kinder präsentierten plattdeutsche Texte und Lieder und spielten kleine Stücke. Hinten oben die Mädchen und Jungen des St.-Bonifatius-Kindergartens.                                      Foto: Sophia Demming

 

 

Schapdetten

 

Dass der Heimatverein Schapdetten ganze Arbeit leistet beim Thema „Plattdeutsch“, hat sich jetzt im Mühlenhof gezeigt. Dort nahmen die vom Heimatverein betreuten Kinder des Schapdettener Kindergartens am Niederdeutschen Familientag teil.

 

Seit seinem Bestehen ist es ein großes Anliegen des Heimatvereins Schapdetten, die plattdeutsche Sprache zu pflegen. Deshalb geht Hugo Sandmann seit nunmehr anderthalb Jahren wöchentlich in den St.-Bonifatius-Kindergarten und spricht mit den Kindern Platt. Wenn es ums Singen mit den Kindern geht, wird er von Klara Brüß und Burgis Storb tatkräftig unterstützt. (He is jä’n lük grämsterig)

 

Um eine Sprache zu lernen, gibt es für Hugo Sandmann nichts Besseres als die alte „Naturmethode“: Vüörküern, vüörsingen, vüörspiëlen, naoküern, metsingen, metspiëlen. Und der Erfolg gibt ihm recht.

 

Der Stadtheimatbund Münster hatte am Sonntag unter dem Motto „Mönsterlänner Kinner küert, singt un spiëlt Platt“ in den Mühlenhof eingeladen. Der Heimatverein Schapdetten stellte einen Bus zur Verfügung. Gespannt fuhren Kira, Lennart und Philip Aldenborg, Liz Arning, Ricarda Beyer, Leonie Hidding, Lennard Konietzko und Lotta Wagner, begleitet von ihren „Plattdüütskläers“ sowie von der Kindergartenleitung Andrea Peper-Kewitz und Anja Averkorn und den Eltern, Geschwistern und Großeltern nach Münster.

 

Gemeinsam mit Kindern von vier münsterischen Schulen gestalteten sie den niederdeutschen Familientag. 170 Zuschauer begleiteten die Präsentationen mit Begeisterung und großem Applaus. Und Hugo Sandmann strahlte: „Die plattdeutsche Sprache lebt!“